Interview: Vermessung für ein 360 Grad-Skierlebnis

Wir sprechen mit dem Büroleiter des Vermessungsbüros KINDSCHI indschegners e geometers SA aus Scuol über aktuelle Projekte im Kraftwerks- und Seilbahnbau.

GeoNews: Herr Steinemann, Sie haben sich bereits vor 3 Jahren für die Berechnungssoftware von rmDATA entschieden. Was hat Sie von rmGEO/rmNETZ überzeugt?
Urs Steinemann: Bei der Auswahl des Produktes hat mich vor allem das Preis-/Leistungsverhältnis überzeugt. Ein weiterer Punkt ist die einfache und intuitive Bedienbarkeit der Software. Hat man einmal die Philosophie der Benutzerführung verstanden – und hier meine ich vor allem das geodätische CAD rmDATA GeoMapper – findet sich der Anwender in der Software rasch zurecht.

Stichwort GeoMapper: Vor mehr als einem Jahr haben Sie auch das geodätische CAD und die digitale Geländemodellierung von rmDATA erworben. Wofür setzen Sie die Grafik-Programme ein?
Wir nutzen GeoMapper hauptsächlich, um Übersichtspläne zu erstellen. Zum einen sind das Fotodokumentationen für diverse Projekte oder auch Fixpunkt-Netzpläne bei Bauprojekten, die mit Orthofotos hinterlegt werden. In der digitalen Geländemodellierung nutzen wir GeoDesigner DGM, um Profile zu generieren. Gerade erst haben wir ein Geländemodell einer Kantonstraße von 3,5 km Länge erstellt. Damit sind Profile sehr einfach und schnell gezeichnet.

Wenn Sie rmDATA-Software einem Kollegen empfehlen würden, was würden Sie hervorheben?
Den Support – denn auch das war ein ausschlaggebender Punkt. Wir schätzen die angenehme Zusammenarbeit mit dem Kollegen Christoph Müller sehr. Wann immer wir Support benötigen, Herr Müller steht uns hilfreich zur Seite – darauf kann man zählen. Das ist nicht selbstverständlich, wenn ich an andere Software-Häuser denke.

Zur Berechnungssoftware haben Sie auch Module erworben, zum Beispiel die Deformationsanalyse.
Richtig. Dieses Modul ist bei Projekten zur Überwachung von Verschiebungen laufend im Einsatz. Es ist sehr übersichtlich aufgebaut und wir sind voll zufrieden. Vor kurzem schlossen wir die Deformationsmessungen am Wasserkraftwerk Oberes Inntal ab. Dieses Gemeinschaftskraftwerk im schweizerisch-österreichischen Grenzgebiet ist seit vielen Jahren das größte, neu gebaute Laufwasserkraftwerk.  

 

Bild links: Die 360°-Wintersportarena Samnaun/Ischgl wird als eines der größten zusammenhängenden Skigebiete in den Ostalpen beworben. Dafür wird kontinuierlich ausgebaut – und vermessen.

Gibt es ein weiteres Leuchtturmprojekt, bei dem Sie Software von rmDATA einsetzen?
Ein aktuelles, laufendes Projekt ist eine Seilbahnvermessung im Skigebiet Samnaun/Ischgl. Das Skigebiet mit 45 bestehenden Liftanlagen und einer Kapazität von 93.000 Personen pro Stunde wird um fünf neue Bahnen erweitert. Dafür erstellen wir neben den Vermessungsarbeiten auch Baurechts- und Durchleitungspläne für die Verträge mit den Grundbesitzern. Diese Vertragspläne werden mit GeoMapper umgesetzt. Dazu visualisieren wir die künftige Linienführung der Seilbahnen mit hinterlegten Luftbildern.

 

Bild rechts: Ein Wasserkraftwerk wird im Oberen Inntal errichtet.

Mit welchen Herausforderungen ist man bei der Seilbahnvermessung konfrontiert?
Die Herausforderungen beginnen beim Netz und gehen bei der Absteckung weiter. Wir müssen im Speziellen die Reduktion beachten. Während die Daten der Amtlichen Vermessung und die Resultate der satellitenunterstützten Messungen auf Meereshöhe reduziert werden, sind die Daten des Seilbahnherstellers auf die Höhe der Talstation angepasst. Die Absteckung jedoch muss in der entsprechenden Seehöhe erfolgen. Dazwischen gibt es meist große Diskrepanzen. Unterschiede in den Reduktionen betragen daher oft mehrere Dezimeter.

Vielen Dank für das Interview!
Das Gespräch führte Susanne Friedl-Steiner

Bild links: Urs Steinemann
KINDSCHI Indschegners e Geometers AG, Scuol, Schweiz

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