Digitalisierung – nur ein Trend?

Die Digitalisierung verändert unser Berufsleben – auch in der Geodäsie.

Im Vermessungswesen ist die Digitalisierung seit vielen Jahren ein wichtiger Begleiter. Die Möglichkeiten der Informationstechnologie wurden bereits frühzeitig erkannt und genutzt. Doch die Digitalisierung schreitet weiter voran und sie wird das Berufsbild des Geodäten kontinuierlich verändern.
Aber warum ist die Digitalisierung überhaupt so wichtig? Digitale Daten erlauben das einfache Nutzen, Bearbeiten und Verteilen großer Informationsmengen. Zusätzlich können diese schnell durchsucht und die gewünschten Inhalte einfach gefunden werden. Digital verfügbare Informationen verhelfen zu schnelleren und besseren Entscheidungen, was zu Wettbewerbsvorteilen führt.

Digitalisierung in der Geodäsie

Mit dem Aufkommen von Geodäsie-Software, wie etwa rmGEO, startete die Digitalisierung in der Vermessung. Als sämtliche Daten der Vermessung in Datenbanken gespeichert wurden, griffen die geodätischen Berechnungen in Folge direkt auf diese Daten zu. Ausgeklügelte Algorithmen und Protokollierungen unterstützten erstmals die Qualität der Ergebnisse.

 

Die Anbindung der digitalen Messgeräte war ein weiterer Meilenstein. Per Mausklick konnten die Messdaten inklusive Zusatzattributen in die Datenbanken übernommen werden. Somit gehörten Feldskizzen der Vergangenheit an und grafische Darstellungen konnten weitgehend automatisch, etwa mit Hilfe von rmGEO/CodeGrafik, aus den erweiterten Messdaten erzeugt werden.

 

Die grafische Datenverarbeitung in Form von CAD-Systemen war ein nächster, wichtiger Schritt der Digitalisierung in der Geodäsie. Frühzeitig entwickelte rmDATA intelligente CAD-Systeme speziell für Geodäten, welche die Vorteile von CAD beim grafischen Konstruieren sowie die Vorzüge von GIS in der Datenverwaltung in einem Produkt vereinten. rmDATA GeoMapper (ohne Basis-Software) und rmDATA GeoDesigner (als AutoCAD-Applikation) sind heute erfolgreiche Beispiele für dieses moderne Konzept. Die Anwender profitieren von einer deutlich einfacheren Bearbeitung und einer besseren Qualität der erzeugten Pläne und Geodaten.

 

Kritisch ist allerdings anzumerken, dass viele Geodäten die Vorteile der Digitalisierung und der angebotenen Hard- und Software-Lösungen bislang nur unzureichend nutzen.

Digitalisierung in der Bauwirtschaft

Die gerade beginnende Digitalisierung in der Bauwirtschaft wird weitere Veränderungen bei Geodäten erfordern. Unter dem Schlagwort „BIM“ bildet sich gerade in der Bauwirtschaft ein enormer Hype. „BIM“ ist die Abkürzung für den Begriff „Building Information Modeling“ und bezeichnet die softwareunterstützte Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauwerken.
Mit BIM wird sich einiges für die Beteiligten an Bauprojekten ändern. Der Austausch analoger Pläne oder zwei-dimensionaler CAD-Daten gehört dann der Vergangenheit an. Denn BIM verlangt objektorientierte Datenmodelle, in welchen die logischen Gebäudestrukturen (z. B. Fenster-Öffnung-Wand), die zugehörigen Eigenschaften (Attribute) sowie die Geometrie abgebildet sind. Dazu wurde mit den „Industry Foundation Classes“ (IFC) bereits ein internationaler Standard entwickelt. Die Zusammenarbeit der am Projekt beteiligten Unternehmen und Personen erfolgt vorzugsweise in gemeinsamen „Projekträumen“ (z. B. Open BIM-Server). Die Datenbestände müssen daher digital und normiert eingebracht werden. Dabei erkennt das System automatisch Inkonsistenzen in den einzelnen Gewerken und zeigt Qualitätsmängel in der Planung und Bauausführung auf.


Für den Geodäten bedeutet BIM neben einer objektorientierten (z. B. Mauer - Fenster - Türen, …) auch eine mehrdimensionale Datenerfassung. In der Regel sind die Objekte in einer vierdimensionalen Form (4D) zu erfassen. Die Oberfläche einer „normalen“ Mauer setzt sich somit zumindest aus acht Eckpunkten sowie dem Zeitpunkt der Datenerfassung zusammen. Der Aufwand für die Abbildung des Bestands in 3D bzw. 4D steigt damit enorm. So ist davon auszugehen, dass sich dieser mit traditionellen Erfassungsmethoden (z. B. Tachymetrie) zumindest verdoppeln wird. Alle Hersteller von Messgeräten sind daher auf der Suche nach neuen Methoden (Laserscanning, Mobile Mapping, Photogrammetrie, …), um diese Aufgaben effizient zu lösen. Allerdings stellt das Ableiten relevanter Gebäudestrukturen aus Massendaten nach wie vor eine Herausforderung dar.

 

Bei rmDATA arbeiten wir bereits seit einigen Monaten mit „3DWorx“ an intelligenten Software-Lösungen für diese Aufgaben. Wir sind somit dabei, auch diese neuen Herausforderungen durch die Digitalisierung für unsere Kunden erfolgreich zu meistern.

Jürgen Beiglböck
Geschäftsführer, rmDATA

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